Auch ein Regierungssprecher ist nur ein Mensch
Es ist definitiv schön mit anzusehen, dass auch ein Regierungssprecher nur ein Mensch ist, aber alles der Reihe nach. Was ist eigentlich geschehen, dass ich spontan in die Tasten haue? Eigentlich ist heute, am 2. Mai 2011, ein ganz normaler Montag. Nun ja, eigentlich. Wäre da nicht diese eine Meldung, die am heutigen Montagmorgen die ersten Wellen schlug: “Osama bin Laden ist tot!” Eigentlich ist auch dieser Umstand nicht wirklich erwähnenswert, irgendwann hat halt jeder sein finales Erlebnis. Ob natürlich oder unnatürlich, freiwillig oder unfreiwillig, der Tod an sich hat viele Facetten. Vielleicht erging es mir wie vielen da draußen: News gesehen, kurz überlegt und dann wieder abgehakt, es gibt schließlich Wichtigeres an einem Montag.
Gegen 09:40 erreichte dann ein Tweet des Regierungssprechers Steffen Seibert (@RegSprecher) meine Timeline, welcher auf den zweiten Blick ein Schmunzeln meiner Seite hervorrief. Jeder, der twittert, kennt bestimmt das Problem: Man schreibt einen Tweet und anstatt nochmal drüber zu lesen, schickt man ihn einfach raus um dann entsetzt festzustellen, dass der Tweet einen oder mehrere Fehler aufweist. Gut, für unsereins ist das nicht wirklich ein Problem, aus der Sicht eines Regierungssprechers sieht das dann schon ganz anders aus. Selbst wenn man nur ein “s” mit einem “b” vertauscht:
So geschah es also, dass Steffen Seibert kurzerhand Barak “Obama” anstatt “Osama” bin Laden den Schuldstempel aufdrückte. Das Verschreiben an sich ist weniger das Problem, vielmehr ist es die perfide Art des Verschreibens und zeigt, wie nur ein einzelner Buchstabe, die Aussage eines Tweets drehen und von ungewollter Doppeldeutigkeit nur so strotzt. Nur zu gerne hätte ich Herr Seiberts Gesicht gesehen, als ihm klar wurde, was er da soeben an über 23.000 Follower geschickt hatte. Markus Bertling aka @jayzon227 dürfte mit seiner Annahme Recht haben, dass dieser Tweet der erfolgreichste von unserem Herrn Seibert werden könnte und das nicht zu unrecht, wie ich finde. Schließlich zeigt uns dieser lapidare Vertipper, dass auch ein Regierungssprecher nur ein Mensch ist und keinesfalls vor Fehlern geschützt ist.
Auch, oder gerade weil Herr Seibert den Tweet kurz nach der Veröffentlichung wieder gelöscht hat, zeigt uns dieser Fakt gleichzeitig die Kraft von Twitter. Denn das Löschen des Tweets führt in diesem Fall nicht dazu, dass dieser auch im Nirwana verschwindet. Eher führt dieser Umstand dazu, dass ein Tweet sich in die ewigen Analen von Twitter einbrennt und die Verbreitung durch ReTweets nur weiter potenziert wird.
Herr Seibert, ich danke ihnen für diesen Tweet!
Autor des Artikels: whit3h4t
Lars Nutzenberger | 1980er | Hamburger | CEO | EX-SEO | Blogger | Nerd | passionierter Linkdieb und OnPage-Nörgler | Gegen den Strom Schwimmer | Studienabbrecher | Googlefreund | Teufelskerl & Freund
Aktualisiert am 2. Mai 2011







Piet schrieb am 2. Mai 2011 um 11:36
Vertipper dürfen an einem Montag passieren. Das ist nur menschlich und kann auch einem Regierungssprecher passieren. Das Resultat ist aufgrund der ungewollten Doppeldeutigkeit allerdings wirklich kurios und heute wohl zu Recht ein oft erwähnter Tweet. Einige sprachen auf Twitter ja sogar direkt von einer Kriegserklärung an die USA. Das ist total überzogen.
Den gleichen Vertipper gab es übrigens auch bei Spiegel Online, wenn auch in einer anderen Meldung.
http://www.meetinx.de/spiegel-online-obama-wurde-vom-us-militar-auf-see-bestattet/
LG Piet
whit3h4t schrieb am 2. Mai 2011 um 11:41
Moin Piet,
das Verschreiben alleine ist unspektakulär das stimmt wohl, dafür ist die Doppeldeutigkeit einfach nur wundervoll anzusehen. Für mich macht das unseren Herrn Seibert nur sympathischer und vor allem menschlicher…
Die Meldung über die Seebestattung ist auch verdammt herrlich
Max schrieb am 2. Mai 2011 um 20:23
Hrhr .. “So geschah es also, dass Steffen Seibert kurzerhand Barak “Obama” anstatt “Osama” bin Laden den Schuldstempel aufdrückte. ” …
Vielleicht weiß Herr Seibert auch mehr als wir
Nick schrieb am 1. August 2011 um 16:00
Schon witzig, dass manche auf den Tweet überreagiert haben. Schließlich wäre der Tweet ohne dem Fehler ganz normal.