Copycats – Die Pest unter den Bloggern

Schaut man sich ein wenig in den Weiten des Web2.0 um, so erkennt man in bestimmten Kreisen mit ziemlicher Sicherheit schnell, die sich ständig wiederholenden Themen, Artikel oder Ideen. Klar, irgendwer war immer der Erste, der ein Thema gefunden recherchiert, aufgegriffen und mit seinen eigenen Worten visualisiert hat. Einer ist aber halt auch immer der Erste, der sieht, dass das Thema gut ankommt und zwar so gut ankommt und auf positive Resonanz stößt, dass er meint, selbst Profit aus der Idee zu schlagen. Nun wäre es für die meisten von uns kein Problem, sich dem Thema anzunehmen, ein wenig weiter zu schauen, den Blick über den Tellerrand zu wagen und seine eigene Darstellung des Themas niederzuschreiben. Und natürlich hätte auch jeder von uns kein Problem damit, die Leistung des eigentlichen Autors und damit dem Initiator der Idee, mit einem Backlink und der Erwähnung seiner Person zu würdigen. Schließlich weiß ein jeder von uns, was es bedeutet, sich einen gut recherchierten und fundierten Artikel aus den Windungen seines cerebralen Cortex zu ziehen. Nur ist das Leben als Blogger oft nicht so von Würdigungen von anderer Stelle gepriesen, denn einer ist immer der Erste, der die Idee kopiert, den Artikel im besten Fall in eigenen Worten wiedergibt und sich als Messias einer neuen Generation anpreist. Copycats, welche sich auf anderen Blogs bewegen und sich die saftigsten Stücke an Artikeln rausziehen und Content am Stück produzieren, ohne auf die eigentliche Quelle einzugehen geschweige denn, sie auch nur eines Stückes zu würdigen, sind die Pest unter den Bloggern!

Streuner in den Vorgärten der Blogs

Im Prinzip sind es immer die gleichen Artikel, welche zum hundertsten Mal durch die Vorgärten der Blogs getrieben werden. Alles nur in der Hoffnung, Traffic abzugreifen und der Monetarisierung seines Blogs auf die Sprünge zu helfen. Die Tasache, dass es funktioniert, stört mich weniger, als die dreiste Vorgehensweise einiger Abarten von Menschen, welche es sich scheinbar zur Profession gemacht haben, nichts anderes zu tun, als die Sau ein weiteres Mal durch den Vorgarten zu treiben. Denn dort, wo man sich rumtreibt, machen es die anderen ja auch, und wenn die anderen das machen, dann darf ich das ja auch. Wenn die Herren damit glücklich werden, sollen sie ihr Treiben als einfältige Copycats gerne weiterführen. Sollen sich die Katzen doch an ihren Verläufen und Peaks ihres Analytics, Piwik, … Charts ergötzen und sich fühlen, wie der geilste Hengst auf der grünen Wiese. Leider werden sie irgendwann feststellen, dass die Wiese doch nicht so grün ist und der Zaun zwischen Ihnen und den anderen immer größer wird.

Irgendwann kommt das Eine zum Anderen, denn in diesem Inner Circle, in welchem wir uns eigentlich befinden, bleibt nichts lange unbemerkt. Gibt man sich als Hero und Spezialist für ein Thema aus, sollte man nicht den Fehler machen und andere nach dem einfachsten und grundlegendsten Standardwissen zu fragen. Kristallisiert sich mit der Zeit heraus, dass man eigentlich nichts anderes tut, als sich an den Früchten anderer zu bedienen, ist es ganz schnell vorbei mit dem Hype um einen selbst und das Leben kann ganz schön einsam werden. Selbst eine Art von Reinclusion um zurück zu kommen, funktioniert nur in den seltensten Fällen, denn der Diebstahl von geistigem Eigentum sollte jeden, der sich wirklich einmal Gedanken zu einem Thema macht, stören.

Bloggt wenn ihr was zu sagen habt!

Ebenso dreist ist es aber, mit einem Artikel, welcher 3 Tage alt ist und sich am Thema vorbei bewegt am WebmasterFriday zu beteiligen, um auf Teufel komm raus Traffic für seine Seite zu gewinnen. Ich plädiere deshalb dafür, diesen einen Artikel aus der Liste zu streichen, sofern er nicht etwas zum Thema des WMF zu sagen hat.

Schreibt, wenn ihr was zu sagen habt und es aus eurer eigenen Feder kommt und nicht nur, weil ihr seht das Andere damit Erfolg haben! Habt Ihr nichts zu sagen, dann lasst es! Oder ihr kaut alles zum x-ten Mal durch, werdet damit glücklich und geht darauf ab – Die Quittung kommt so oder so. Interessanter macht ihr euch damit jedenfalls nicht!

Das war´s schon … einen schönen Freitag wünsche ich euch noch 😉

Das Bild ist übrigens von John Doe / aboutpixel.de

Über whit3h4t

Lars Nutzenberger (Google+) | 1980er | Hamburger | CEO | EX-SEO | Blogger | Nerd | passionierter Linkdieb und OnPage-Nörgler | Gegen den Strom Schwimmer | Studienabbrecher | Googlefreund | Teufelskerl & Freund

Kommentare

  1. Das ist mir auch negativ aufgefallen. Ich hatte eigentlich gedacht, das es nun mal alle verstanden haben, worum es beim Webmaster Friday überhaupt geht. Ich find es auch ziemlich Unfair gegenüber den anderen Teilnehmer. Bei solchen Aktionen vergeht mir dann auch die Lust, weitere Themen vorzuschlagen.

  2. Hi Lars,

    danke! Vor allem für den letzten Absatz. Ich will nicht rumätzen, aber das eigentliche Thema sollte schon getroffen werden. Früher hieß es sonst auch “6 setzen!” 😉

    Liebe Grüße
    Tina

  3. Hi Lars, ich möchte nur sicher gehen, dass Dich mein Statement dazu auch erreicht – deswegen hier nochmal mein Kommentar zum WMF:

    …um dem Ganzen vielleicht mal etwas Klarheit zu verschaffen: Ich kann verstehen, dass man sich ärgert, wenn über den WMF Artikel verlinkt werden, die nur einen Post ankündigen oder ähnliches – gerade weil ich selbst auch jede Woche am WMF teilnehme und dazu schreibe und weiß, dass es Arbeit und Zeit kostet.

    Zu meiner “Verteidigung” möchte ich aber hinzufügen, dass die Absicht des Hinweises auf das Thema des WMF nicht mal im Ansatz so “bedacht dreist” war, wie es von Dir, Lars, unterstellt wird.

    Letztlich ging es nach meinem Verständnis und einer Erläuterung wie “Genauso häufig, aber viel seltener erwähnt, sind Blogger, die ständig die Ideen / Inhalte / Artikel abschauen oder kopieren, ohne einen Quellenverweis anzugeben.” (siehe WMF) nicht nur um CopyCats, sondern auch um Content-Diebstahl. Und ja, dazu habe ich 3 Tage vorher bereits geschrieben und unter diesen Post letztlich noch einen Hinweis auf den WMF hinzugefügt, da ich mich (hoffentlich nachvollziehbar) nicht zwei Mal in einer Woche zum gleichen Thema äußern wollte.

    Wie ich nun verstehe, war es weniger bedacht, da ich nicht damit gerechnet hätte, dass es bei Dir – oder auch bei anderen – solchen Ärger auslöst. Ich kann aber auch nicht ganz nachvollziehen, dass es ein solches Ärgernis ist, wenn ich doch sonst jeden Freitag meinen Artikel zum WMF veröffentliche – im Gegensatz zu einigen anderen, die tatsächlich immer nur Links ohne Hintergrund durch die Welt schicken.

    Ich denke, dass es genauso wenig Christians Absicht war, sich hier “auf dreiste Art und Weise” zu verewigen.

    In diesem Sinne: Kritik verstanden, die Absicht war es nicht.

    Viele Grüße
    Jasmina

  4. whit3h4t meint:

    Hallo Jasmina,

    schön dich zu lesen. Ich kann sowohl dich und Martins Begründung gut nachvollziehen, nur und bitte verstehe ich mich nicht falsch geht mir der Trend des WMF in eine “falsche” Richtung. So wie ich das sehe, oder die letzten Wochen beobachtet habe, ist die Qualität der Beiträge ein wenig gesunken. Und ich finde es gut wenn Blogger wie du oder Andreas wirklich jede Woche teilnehmen und euren Teil dazu beitragt. Ich sehe jedoch auch das es mittlerweile einige versuchen, und auch damit durchkommen, ihre 5 Zeilen zu schreiben einen Link zu setzen und fertig. Wenn ich dann sehe das der erste Artikel zu einem Thema nicht mal einen Backlink setzt, obwohl das ja wohl das mindeste ist wenn es sich schon um einen Artikel handelt welcher nicht 100% das Thema trifft geht es mir schon gegen den Strich. Die Genauigkeit stört mich nicht so wirklich, es steht ja jedem frei das Thema auf seine Art und Weise zu interpretieren. Doch wenn bestimmte Leute sehen, dass es auch möglich ist mit alten Artikeln teilzunehmen und man noch nicht mal einen Link setzen muss sondern das ein Pingback ausreicht um an einen Link zu kommen …. Na dann auf Wiedersehen …

    Ok und ich war am Freitag eh ein wenig auf Krawall gebürstet 😉 … Aber ansonsten bin ich ja ein ganz netter

    Beste Grüße
    Lars

  5. Hi Lars,

    Danke für die Antwort. Letztlich kann ich Dir ja nur beipflichten. Ich schaue mir zwar selten komplett alle Beiträge zum WMF an, einige jedoch schon – und ja, aufgefallen ist es mir auch schon, aber ich verstehe auch, wenn Martin hin und wieder nicht die Zeit bleibt, alle Links genau zu prüfen.

    Dass man das anmerkt, ist richtig, aber solange noch einige Blogs teilnehmen, die sich mit der Sache echt Mühe geben – und die gibt es ja (siehe oben ;-)), solang würde ich eine Teilnahme auch nicht in Frage stellen.

    Ich denke, dass Martin das Problem auch bekannt ist und vielleicht gibt es ja auch eine Lösung dafür – mal sehen.

    Dann Dir noch einen schönen Abend und viele Grüße
    Jasmina

  6. Hey Lars,

    schöner Beitrag zum WMF! Ich habe diese Woche nicht mitgemacht, da man ja auch nicht immer ein abendfüllende Programm zu bieten hat. Dennoch kurz ein paar Worte:

    Meine ersten Gedanken waren: Copycats beginnen ja nicht im kleinen, bei Ideen bei Blogbeiträgen, sondern schon im großen, bei Software, Technik, Industrie, ja ganze Geschäftsmodelle werden kopiert… Dennoch sind es die kleinen Copycats, die uns stören und um die es hier gehen soll. Ich finde nichts verwerfliches daran, eine Artikelidee weiter zu verwerten. Es ist doch auch nun einmal so, dass in bestimmten Kreise, ob SEO, Social Media oder Gartenbahnbau – die Themen endlich sind – und sich diese schon auf Grund der vielen Contentproduzenten wiederholen. Und – jeder Blogger kennt das Problem – dann schreibt man über ein Thema und stellt am Ende fest, gar nichts zur Diskussion beitragen zu können. Gerade in Nischen ist oft schon alles gesagt, bevor man auch nur eine Zeile geschrieben hat. Ätzend, aber man kann das ja auch einfach ignorieren. Und zu den Säuen die oft durchs Dorf getrieben werden fällt mir eh nicht mehr viel ein, außer “abwarten, Tee trinken und aufs Schlachtfest warten”.

  7. Hi Lars, hi Jasmina,
    schön, dass sich der aktuelle Fall geklärt hat :-)
    Es ist einfach schwierig, denn es wird immer wieder vorkommen, dass ich Artikel nur überfliege und freischalte. Ich würde mir wünschen, wenn sich, wie in diesem Fall, die Gemeinschaft beteiligt und mich (oder Mirco @Seo2feel) darauf hinweist, falls sich mal ein unpassender Kurzbericht reinmogelt.

    Euch beiden auf jeden Fall herzlichen Dank für die regelmäßige Teilnahme. Ich hoffe, Ihr profitiert auch davon.

    Das aktuelle Thema war vielleicht auch etwas zu schwierig, bzw. vielleicht nicht klar genug im Einleitungstext des WMF beschrieben bzw. einige haben vielleicht nicht gründlich genug gelesen. Aber so wh4t? Es gab immer noch genug Beiträge, die diese spannende Frage vorangebracht haben, finde ich.

    Gruß, Martin

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  1. […] InternetsOnlineLupe: Content-Klau: Feed gekürzt, Content geschütztBlogszene: CopyCats sind Loser!whit3h4t: Copycats – Die Pest unter den BloggernTags: copycat, Kopien im Internet Der Beitrag wurde am Freitag, den 24. September 2010 um 11:02 Uhr […]

  2. […] whit3h4t hatte wohl eine schlechte Woche und wünscht uns allen die Pest an den Hals, hoffentlich darf ich trotz des Samstags noch veröffentlichen…Sag mal Lars.. wie viel Wörter muss ich schreiben um als eigener Artikel durchzugehen ?…nimm´s nicht zu ernst…ich will dich nur ein wenig ärgern. […]

  3. […] Whit3h4t: “Copycats – Die Pest unter den Bloggern“ […]

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