Der Title ist, was Google daraus macht

Das war so ziemlich mein der erste Gedanke, den ich bei den SEO-Tipps zur Title-Gestaltung von SEO-United hatte. Der Originaltext von Justin Mifsud ist ein wenig ausführlicher und geht ein detaillierter auf die eigentlichen Tipps der Title-Gestaltung ein. Doch darum soll es im Kern gar nicht gehen, sondern vielmehr um die Erkenntnis, dass der Einsatz des Titles – immer noch eine der mächtigsten Waffen der OnPage-Optimierung im Kampf innerhalb der Serps – als alleiniges Werkzeug doch ziemlich sinnfrei ist. Mal ehrlich, eine reine Fokussierung nur auf den Title ist doch eine sehr beschränkte Sichtweise, denn was bringt mir eine schöner Title, wenn der eigentliche Inhalt nicht zum Thema passt?

Die Dreieinigkeit der OnPage-Optimierung

Der Title an sich ist nicht das ausschlagebende Argument für die Onpage-Relevanz, sondern vielmehr das Zusammenspiel von Title, Url und Überschrift der jeweiligen Seite – Also die Dreieinigkeit der Elemente! Füllen wir die Seite noch mit den richtigen passenden Inhalten zum Thema, ist – je nach Domain – der größte Teilbereits geschafft. Wobei ich den eigentlichen Inhalt der Seite als das Hauptargument für die Relevanz einer Seite sehe und Faktoren wie die Url, die Überschrift und den Seitentitel nur als Hebel zur Verstärkung oder Schwächung der Relevanz betrachte.

Ein Fakt, der bereits in dem ursprünglichen Artikel angesprochen wurde, ist die Länge des Titels. Denn diese scheint für alle(s) wohl immens wichtig zu sein, genau wie die These, dass die ersten Stellen im Title die höchste Kraft besitzen – Ergo packt man das Hauptkeyword nach vorne. Was die Position der Platzierung innerhalb des Titels angeht, kann ich dem nur zustimmen – Es ist schon rein aus Usabilitygründen nicht die schlechteste Alternative, das Hauptkeyword auf die vorderen Plätze zu legen. Bei der Länge kommt Justin Mifsud letztendlich zu dem Schluss, dass die optimale Länge des Seitentitels bei 69 Zeichen liegt. Ja^^ Schöne Zahl, nur habe ich bis dato nicht viele Titel mit dieser Länge gesehen? Das Längste, was mir in den deutschen Serps in letzter Zeit untergekommen ist, sind Titles 66 Zeichen (inklusive Leerzeichen) – Doch auch nur, sofern der Title wirklich diese Länge hatte. Seitentitel längerer Fassung werden meist in den Anfängen der 60er abgeschnitten. Das sind jedenfalls meine Beobachtungen.

Und ganz nebenbei: sich die Länge der Seitentitel innerhalb von Browsertabs anzuschauen, ist nicht wirklich hilfreich, da die Länge des Tabs mit der Anzahl der geöffneten Tabs variiert. Die Länge ist meiner Meinung nach einzig und allein für die Ansicht in den Suchergebnissen entscheidend, doch auch hier entspricht nicht immer alles der absoluten Wahrheit.

Anpassung des SeitentitelsSo spricht ein wesentlicher Punkt gegen den Längenfaktor und die reine Fokussierung auf den Title: Die individuelle Anpassung des Seitentitels seitens Google. So kommt es nicht selten vor, dass Google kurzerhand den Seitentitel selbst anpasst und ihn passend zur Suchanfrage gestaltet. Der Zusammenhang durch interne, sowie externe Anchortexte, die Überschriften und die Form des Inhaltes in Bezug auf die automatische Anpassung des Titles lassen wir an dieser Stelle mal außen vor. Zu diesem Zeitpunkt gehe ich mal davon aus, dass alle Faktoren irgendwie zu der Individualisierung beitragen.

Da stellt sich mir die Frage, wie lange der Seitentitel noch mit einer 100%igen Übereinstimmung angezeigt wird – Wäre es im Zuge der personalisierten Suchergebnisse nicht sinngemäßer wenn Google anhand des Nutzerprofils und Erfahrungswerten, dem Suchenden nur maßgeschneiderte Title anzeigen würde?

Letztendlich gehe ich davon aus, dass mehr Informationen auf einer Seite und eine erhebliche Variation der Anchortexte, eine individuelle Anpassung des Seitentitels wohl eher noch begünstigt – Was keinesfalls Schlechtes zu bedeuten hat und zudem sind die Anpassungen nur sporadisch zu beobachten und wirklich repräsentative Datensätze habe ich an dieser Stelle nun auch nicht…

Fazit

Der Title allein ist nicht das Allheilmittel, weder für die Optimierung der Klickrate noch für die Verbesserung des Nachhaltigen Rankings. Er ist ein Faktor von vielen, der -wenn man ihn alleine betrachtet-  noch lange nicht so effizient sein kann, als wenn man ihn im Gesamtkonstrukt der Seite sieht. Gerade im Zuge einer voranschreitenden Personalisierung der Suchergebnisse reicht es nicht, sich auf ein Merkmal alleine zu beschränken.

Weiter gehe ich momentan auch nicht davon aus, dass der Seitentitel seine momentane Macht noch lange behalten wird, da er wie andere Onpage-Maßnahmen zu einfach anzupassen ist.

Aktualisiert am 7. Oktober 2011

8 Kommentare

  1. Hi Lars,

    Ich habe ebenfalls schon des öfteren gesehen, dass Google schlauer zu sein scheint, als der Webmaster.

    Gerade bei Startseiten, die den besten aller Seiten-Titel – nämlich “home” – verwenden, manipuliert Google eigenständig den Seiten-Titel anhand von Fundstellen im Web.

    Mir ist das auf meinem Spezialgebiet – der lokalen Suche – ganz besonders stark aufgefallen, denn hier operieren viele Webseitenbetreiber auf dem “ich habe keine Ahnung” Level. Google fertigt dann oftmals anhand einer Mischung des Google Places Eintrags sowie mit Hilfe der, gerade bei der lokalen Suche extrem wichtigen Citations, einen Seiten-Titel für den Suchenden an, der zusätzlich noch um die eingegebene Suchphrase ergänzt wird… Das ist doch schon fast ein “maßgeschneideter” Seiten-Titel, oder?

    Gruß,
    Sebastian

    P.S. Na klar sollte man den Title nicht länger als 66 Zeichen gestalten, gerne etwas weniger, wie Du ja auch mit Recht oben hervorhebst… k.A. woher die abstruse Zahl 69 in diesem Zusammenhang stammt?

  2. Meinst Du mit Überschrift wirklich die H1-Überschrift oder eher die Meta-Description? Letzteres würde meiner Meinung nach besser zur Dreieinigkeit passen, jedenfalls wenn es um die Google SERPs geht.

  3. @Sebastian,

    stimmt in der lokalen Suche ist die Anpassung teilweise schon sehr stark. Da stellt sich natürlich die Frage ob die Anpassung aufgrund des “keine Ahnung”-Levels oder aufgrund der Vielfältigkeit in der Erwähnung der Serps geschieht.

    @Andi,

    die Description würde ich in diesem Fall gar nicht in betracht ziehen. Ich würde mich auch nicht auf die Überschrift erster Ordnung verbarrikadieren sondern den Punkt Überschriften an sich sehen. Bei Blogs oder Themes im Allgemeinen z.B. ist die Ordnung der Überschriften ja eher vom Theme abhängig als von den Kenntnissen des Webmasters…

  4. schicker Beitrag! Wir haben das Problem gerade mit dem Projekt sea.de. Bei der google-Suche nach “SEA” rankt die Seite auf Platz 3. Als title wird aber nur “sea.de” angezeigt, statt des titles, den wir in den head gepackt haben!

    Zunächst dachte ich an DMOZ, aber da ist Domain gar nicht gelistet! ;-)

    Auch bei anderen Suchbegriffen wie “search engine advertising” rankt das Teil in den TOP5. Aber wieder mit der Domain als title……

    erklären kann ich das nicht wirklich!

    Grüße
    Nico

  5. Nabend Nico,

    ich geh mal ganz fix davon aus das die Struktur der Anchortexte einen gewissen Einfluss ausübt. Mal ganz abgesehen davon ist es bei sea-camper ja sehr ähnlich, dort wird der Title auch mal kurzerhand durch einen sinnvollen ersetzt :)

    Habt ihr schon mal versucht das sea.de in der Mitte rauszunehmen und nur am Anfang SEA.de stehen zu lassen. Search Engine Advertising ist ja auch doppelt^^

  6. Howdy

    “Dreieinigkeit der Elemente!” gefällt mir gut, das habe ich in diesem Zusammenhang noch nie gehört. Origineller Einfall muss ich sagen!
    Mir ist aufgefallen, dass Du ein Redesign deines WordPress Blogs gemacht hast, auch hier muss ich Dir wieder ein Kompliment aussprechen, das simple Design ist wirklich angenehm für die Augen. Ansonsten ist der Inhalt ebenfalls gut gelungen, gerade bei dieser besonderen Zahl kann man schnell eine Eselsbrücke bauen, wenn Du verstehst. Hehe
    Gruss aus HL, Lübeck und bis die Tage….

    cheers

  7. Finde ich ja auch hübsch: “Dreieinigkeit der Onpage Optimierung”. Ich verstehe Deine Argumente gut. Natürlich wirken alle On-Page Faktoren zusammen, insbesondere die genannten drei, so dass der Fokus nicht allein auf dem Titel liegen darf. Ich schätzte, dass so viele Blogposts und Tutorials den Zusammenhang weglassen, weil man schon so viel zum Titel alleine sagen kann.

  8. Es ist schon erstaunlich, wie Google die Seiten so “benennen” kann. Aber wenn sie damit ja einen sinnvolleren Weg gehen ist das meiner Meinung nach inordnung. Ich habe auch schon öfters Webseiten gesehen die von der Struktur recht unsinnig aufgebaut waren, die Startseite wurde dort auch nie wirklich genutzt. Und im nachinein fällt mir auch auf, dass diese Seiten bei Google immer mit der nicht vom Betreiber geplanten “Hauptseite” angezeigt wurden.
    Schöner Artikel! Sehr aufschlußreich.

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